Der Spur Gottes folgen

Ein positiver Blick auf die Welt verhilft zu Lebensfreude und Zufriedenheit. Er kann dazu beitragen, vom vielzitierten „Jammern auf hohem Niveau“ zu einer Haltung der Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens und der Schöpfung zu finden.Es gibt Menschen, die dieser Spur konsequent nachgehen und von denen wir lernen können.

Das ist es, was wir sehen: Unsere Welt steht vor dem Abgrund. Überall gibt es Not, Krieg, Hunger und Tod, und die angstgetriebenen, egomanischen und korrupten PolitikerInnen sind zu nichts imstande. Die Flüsse vergiftet, das Meer voller Plastik, die Insekten am Sterben. Darüber entrüsten wir uns, aber ändern können wir ja doch nichts. Wir pflegen unser privates Glück, wir kümmern uns um unseren eigenen Vorgarten und achten darauf, dass uns niemand etwas streitig macht von unseren Besitz und unseren wohlerworbenen Rechten.

Wie wäre es mit einer anderen Perspektive: Unsere Welt ist schön: Mehr Menschen als je zuvor leben in materieller Sicherheit und Wohlstand, sie leben länger, haben Zugang zu medizinischer Versorgung in nie dagewesenen Umfang, haben mehr Freizeit, mehr Zugang zu Bildung und Kultur, können reisen und die ganze Welt kennenlernen. Viele Menschen wissen aber auch, dass es ihnen nur gut gehen kann, wenn sie auf ihre Mitmenschen schauen, wenn sie sorgsam umgehen mit den Ressourcen, wenn sie das Sein wichtiger nehmen als das Haben und sie wissen, dass Geld nicht glücklich macht.

Einer davon ist Ernst Merkinger. Immer wieder steigt der 27-jährige aus aus Erwerbsdruck und bürgerlicher Existenz und ist monatelang zu Fuß unterwegs. Ausdrücklich beruft er sich auf den Grundsatz, den der Kirchenvater Augustinus von Hippo vor 1700 Jahren geprägt hat: „Liebe und tue, was du willst“. Als Pilger auf Wanderschaft erlebt er das Gehen als Kontemplation, als Beten mit den Füßen. Er fühlt sich geradezu verpflichtet, diesen Weg einer bürgerlichen Existenz vorzuziehen.

Auch die Theologin Susanne Bobert ist eine ungewöhnliche Frau. Im späten Herbst steht sie barfuß und ungeschminkt am Rednerpult einer Bildungstagung. Am Anfang noch etwas unsicher, findet sie bald einen festen Stand und eine klare Sprache – eine Sprache, die wie selbstverständlich Mystik mit Coaching verbindet und eine Brücke von Jesus Christus als Ideal des Menschlichen zur positiven Psychologie schlägt. Ihr geht es darum, durch spirituelle Übung zu einem gelingenden Leben zu finden. „Meditationsübungen führen Menschen zu einer gesunden Balance gegenüber äußeren Anforderungen. Sie machen gesund und fördern die Persönlichkeitsentwicklung“, sagt sie.
Sie ist überzeugt, dass jeder Mensch auf die mystische Vereinigung mit Gott hin angelegt ist, und jeder Mensch ein potentieller Mystiker, eine Mystikerin ist.

Mögen die beiden auch extreme Positionen einnehmen, so verdeutlichen sich doch eines: wir haben die Wahl. Wir entscheiden, ob wir klagen, jammern und betroffen sind ob all der schlimme Zustände und Situationen, oder ob wir auf das Gute schauen in unseren Beziehungen und Begegnungen und damit der Spur folgen, die Gott in uns angelegt hat.

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