Menschen, die keine Wahl haben

„Auf der Flucht“ ist ein Buch voller Flüchtlingsschicksale, von Karim El-Gawhary und Mathilde Schwabeneder packend und ergreifend erzählt. Aus den große Zahlen, die wir täglich in den Medien hören, werden Menschen – Menschen, die nicht die Wahl haben, ob sie in ihrer Heimat bleiben oder gehen sollen, sondern die fliehen, weil sie mit brutaler Gewalt dazu gezwungen werden, oder weil sie um ihr Leben fürchten müssen, wenn sie blieben.

Dem Flüchtling aus dem Sudan geht es nicht anders als der Jesidenfrau in Syrien, der Mittelklassefamilie in Damaskus, oder dem 17-jährigen Jungen aus Gambia. Jetzt hausen sie in erbärmlichen Lagern, im Libanon zum Beispiel, oder werden von Lybien aus zur gefährlichen Flucht übers Mittelmeer gezwungen.
Es erzählt auch von den Rettern, von der italienischen Ärztin, die die Bootsflüchtlinge erstversorgt, und der Flüchtlingsplattform im oberösterreichischen Großraming. Wenn man die Reportagen der beiden Autoren vor dem Hintergrund der immer noch anschwellenden Ströme von Flüchtlingen in und durch unser Land liest, wird eines klar: diese Menschen haben Schlimmes durchgemacht, sie sind traumatisiert, körperlich und seelisch geschwächt. Sie brauchen nicht nur Sachspenden, sondern vor allem unser Vertrauen.

Auf der Flucht
Reportagen von beiden Seiten des Mittelmeeres
Karim El-Gawhary, Mathilde Schwabeneder
Verlag Kremayr&Scheriau
ISBN 978-3-218-00989-8

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